Interview

Greentalk mit Katrin von Fünve

Fünve Sandalen aus veganem Leder mit rutschfester Gummisohle und Fußbett_Gleiche Sohle bei Modell SUNSET

Fünve steht für Freude und Leichtigkeit. Inspiriert ist der Name von der Redewendung "Fünfe gerade sein lassen”, was ein Statement gegen übermäßigen Perfektionismus und für mehr Gelassenheit ist.

Katrin - Gründerin von Fünve

Wer hat die Marke Fünve gegründet und seit wann gibt es sie schon?

Die Marke Fünve wurde im Herbst 2022 von Katrin Marx in Berlin gegründet.

Welche Bedeutung hat der Name und wie ist er entstanden?

Fünve steht für Freude und Leichtigkeit. Inspiriert ist der Name von der Redewendung "Fünfe gerade sein lassen”, was ein Statement gegen übermäßigen Perfektionismus und für mehr Gelassenheit ist. Entstanden ist er, als ich (Katrin) frustriert von markenrechtlichen Herausforderungen ärgerlich ausgerufen habe: “Die können doch mal Fünfe gerade sein lassen!” - und plötzlich lag diese Stille in der Luft und nur das Wort “Fünfe” klang ganz deutlich nach. Da fiel mir auf, wie gut dieser Ausspruch zu mir, meinen Werten und dem, was ich mit den Schlappen in die Welt bringen will, passt. Denn ich träume von einer Welt ohne Hustle-Culture, Selbstoptimierungszwang und Hamsterrad, in der die Menschen ihr Leben danach ausrichten, was ihnen im tiefsten Inneren wirklich Freude und Zufriedenheit bringt. In meinem Fall waren das eben Schlappen und Strand statt Dresscode und Büroturm. Passenderweise lautet die erste Silbe des Namens “Fün”. Wahlweise kann man das als die sächsische Version von von “Fun” (engl. Spaß) verstehen, oder aber als Steigerung von “Fun”, weil der Umlaut als fettes Smiley-Face aus dem Logo herauslacht. Warum nun aber “Fünve” und nicht “Fünfe”? Bei aller Betonung individueller Freiheit finde ich wichtig zu beachten, dass diese auch Grenzen hat. Und zwar da, wo die Freiheit anderer beginnt. Tiere schließe ich hier zu 100% mit ein und darum produzieren wir nicht nur unter kontrolliert fairen Bedingungen, sondern lassen Tiere komplett aus dem Spiel. Das “v” in “Fünve” steht für “vegan” und erdet die Marke durch die Erinnerung an die eigene Verantwortung.

Was hat dich zu den Themen Mode & Nachhaltigkeit bewogen?

Ich war schon immer fasziniert von Mode - speziell davon, wie Menschen sich durch ihre Kleidung individuell ausdrücken. Mittels Kleidung können wir unheimlich viel über unsere Werte, Einstellungen und Identität verraten, ohne dass wir uns lange erklären müssen. So schön aber die Vielfältigkeit ist, so dunkel ist auch die Schattenseite der Industrie. Denn ihr Wachstum der letzten Jahrzehnte gründete auf der Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt. Tatsächlich muss das aber nicht so sein. Es ist möglich, bunte, vielseitige und spannende Mode zu kreieren, die im Einklang mit ökologischen und sozialen Werten ist und es gibt immer mehr Labels, die sich genau darum bemühen - unter anderem Fünve. Wir sind Teil einer großen Bewegung, die Schritt für Schritt daran arbeitet, Fast Fashion zu verdrängen, damit Mode nicht nur den Käufern Spaß macht, sondern allen am Produktionsprozess Beteiligten.

Gibt es ein bestimmtes Produkt, auf das ihr besonders stolz seid?

Besonders stolz sind wir auf die Sunset Slides, da sie den PETA Vegan Award 2023 gewonnen haben.

Was macht dieses Produkt besonders nachhaltig oder einzigartig?

Die Sunsets sind - wie auch unsere anderen Slides - zu 100% Peta zertifiziert vegan, zu geprüft fairen Bedingungen in Portugal hergestellt und stärken die traditionsreiche und klimafreundliche Korkindustrie der iberischen Halbinsel. Auch alle anderen Materialien beziehen wir innerhalb Europas und vermeiden damit lange Transportwege. Außerdem sind die Schlappen halt mega bequem ;)

Wo werden eure Produkte hergestellt und wie nah seid ihr am Produktionsgeschehen beteiligt?

Die Slides werden in Portugal gefertigt und wir sind mehrfach im Jahr direkt vor Ort. Wir sprechen nicht nur mit den Mitarbeitern aus der Sales und Produktentwicklungsabteilung, sondern quatschen auch mit den Arbeitern direkt in der Produktion. Hier können wir unsere portugiesischen Sprachskills voll zum Einsatz bringen.

Welche Schritte unternehmt ihr, um sicherzustellen, dass eure Produkte fair hergestellt werden?

Unser Produzent wird regelmäßig SMETA-auditiert.

Welche umweltfreundlichen Materialien und Produktionsmethoden werden verwendet und angewandt?

Wir verwenden umweltfreundliches Kork, natürliche Jute, natürliches Latex sowie tierleidfreie und ungiftige Lederalternativen, z.B. auf Basis von recycelter Baumwolle. Unsere Zuschnitte sind so konzipiert, dass in der Produktion die Entstehung von Abfall minimiert wird (90° Winkel).

Welche Herausforderungen begegnen euch als nachhaltiges Unternehmen?

Als kleine Marke in Krisenzeiten an den Start zu gehen, ist eine große Herausforderung. Wenn die finanzielle Situation der Menschen angespannt ist, wächst die Versuchung zu günstiger Fast Fashion zu greifen. Das macht es für die gesamte Fair Fashion Branche zur Zeit schwierig. Als junges Unternehmen wird das ganz besonders deutlich, da noch nicht die finanziellen Rücklagen für Krisenzeiten gebildet werden konnten. Das erklärt auch, warum es im letzten Jahr zahlreiche kleine Brands nicht geschafft haben einer Insolvenz auszuweichen. In diesen Zeiten smart zu planen, Durchhaltevermögen zu beweisen und sich trotz allem mit vollem Herz und Hingabe der eigenen Sache zu widmen, ist der Schlüssel.

Gibt es ökologische oder soziale Projekte, die ihr unterstützt?

Wir unterstützen mit 1% unseres jährlichen Gewinns die Organisation Ocean Conservancy, die sich für den Schutz der Meere stark macht.

Wie lebt ihr persönlich Nachhaltigkeit im Alltag, abseits eures Berufslebens?

Ein großer Teil unserer privaten Nachhaltigkeitsbestrebungen fällt in den Bereich Ernährung. Wir lassen Fleisch und Milchprodukte komplett weg und konzentrieren uns darüber hinaus auf regionale und saisonal verfügbare Produkte, die wir außerdem bevorzugt auf dem Markt einkaufen, anstatt in großen Supermarktketten. Aber auch bei der Körperpflege gibt es tolle nachhaltige Alternativen, wie z.B. Roggenmehl statt Shampoo. Es macht die Haare wirklich genauso sauber wie konventionelles Shampoo, pflegt die Mähne, ist super günstig und auch die Verpackung könnte nicht umweltfreundlicher sein. Und selbstverständlich lassen wir die Finger von Fast Fashion und setzen stattdessen auf Second Hand und kleine Mode-Labels, die transparent & fair produzieren. Bei der Auswahl der Stücke orientieren wir uns weniger an aktuellen Trends, sondern fokussieren uns darauf unseren eigenen Stil zu kultivieren

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft, um eure Marke und eure nachhaltige Mission weiter voranzutreiben?

Wir arbeiten daran, weitere Produkte in unser Sortiment mit aufzunehmen, die unsere Schlappen ergänzen. Außerdem wäre es für die Zukunft toll, 100% zirkuläre Designs an den Start zu bringen. Durch unser Rücknahmeprogramm, bei dem wir für das korrekte End-of-Life Treatment unserer Schuhe sorgen, gehen wir bereits ein Stück weit in diese Richtung. Aber es gibt noch Luft nach oben.

Herzlichen Dank liebe Katrin für Deine wertvolle Zeit und Deine Offenheit! Wir freuen uns, dass Du mit Fünve ein Teil von simply love it bist!

Jule

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