Gründerstory

Warum ich simply love it gegründet habe: Mein Weg von Fast Fashion zu einer kuratierten Auswahl nachhaltiger Lieblingsteile

Warum ich simply love it gegründet habe: Mein Weg von Fast Fashion zu einer kuratierten Auswahl nachhaltiger Lieblingsteile

Wenn ich heute auf meine berufliche Reise zurückblicke, erkenne ich klar: Meine Begeisterung für Mode war nie das Problem – sondern die Strukturen, in denen ich lange gearbeitet habe. simply love it ist aus dem Wunsch entstanden, Mode anders zu denken. Verantwortungsbewusster, langlebiger und mit einer klaren Haltung. Nicht getrieben von immer neuen Trends, sondern getragen von echter Überzeugung.

Zwölf Jahre Modebranche – und ein wachsendes Unbehagen

Meine Laufbahn begann mit einem dualen BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und Management. Parallel dazu startete ich als Aushilfe im Verkauf in einem großen Modekonzern. Aus diesem Nebenjob wurde eine zwölfjährige Reise durch verschiedene Stationen des Unternehmens.

Ich liebte es, neue Ware auszupacken, Looks zusammenzustellen und Menschen zu beraten. Später übernahm ich als Floormanagerin Verantwortung für ein Team, wertete Kennzahlen aus, plante Umsätze und hatte sowohl die kreative als auch die wirtschaftliche Seite im Blick. Diese Kombination aus Gestaltung, Führung und Strategie hat mich viele Jahre erfüllt.

Gleichzeitig war das Geschäftsmodell klar auf Tempo ausgerichtet: immer neue Kollektionen, kurze Produktzyklen, hoher Verkaufsdruck. 12 Kollektionen im Jahr, im Vier-Wochen-Takt neue Ware. Kaum war eine Fläche neu inszeniert, stand schon das nächste Thema an. Dieses Prinzip der permanenten Erneuerung ließ wenig Raum für Nachhaltigkeit.

Auch mein eigenes Konsumverhalten war davon geprägt. Durch Personalrabatte kaufte ich viel – viel mehr, als ich wirklich brauchte. Mein Kleiderschrank war voll, aber nicht bewusst gefüllt. Ich mistete regelmäßig aus und begann mich zu fragen, ob dieses System wirklich mit meinen Werten vereinbar war.

Der bewusste Schritt raus – und die ehrliche Frage nach dem „Was jetzt?“

2018 entschied ich mich, die Branche zu verlassen. Ich wollte Abstand gewinnen und das Tempo meinem Familienalltag anpassen. Also wechselte ich in einen familienfreundlichen Job im Marketingbereich mit verlässlichen Arbeitszeiten. Das tat gut, aber es erfüllte mich nicht langfristig.

Mir wurde klar: Ich wollte nicht mehr Teil dieses schnelllebigen Systems sein – aber meine Liebe zur Mode war geblieben. Nur mein Blick darauf hatte sich verändert. Ich begann, mich intensiver mit den ökologischen Auswirkungen von Fast Fashion und der Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Mode zu beschäftigen. Und ich fragte mich, welchen Beitrag ich selbst leisten kann.

Meine eigene Kollektion – ein erfüllter Traum und eine wichtige Erkenntnis

2021 erfüllte ich mir einen persönlichen Traum und brachte meine erste eigene Kollektion auf den Markt. Die Geburtsstunde von simply love it! Ich arbeitete mit einer erfahrenen Produktionsmanagement-Agentur zusammen, die mich von der Schnitterstellung über die Materialauswahl bis hin zur Suche nach einem geeigneten Produzenten begleitet hat. Dieser Prozess war extrem spannend, gerade zu Zeiten von Corona sehr herausfordernd, lehrreich und sehr wertvoll für mich.

Ich bin mehr als dankbar, dass ich mir diesen Traum erfüllen konnte. Gleichzeitig wurde mir bewusst: Ich habe das Design-Handwerk nicht gelernt und genau dort liegt nicht meine größte Stärke. Es war wichtig für mich, diesen Weg zu gehen – aber ich merkte, dass ich ihn nicht in dieser Form weiterverfolgen möchte.

Meine Rolle heute: Kuratorin statt Designerin

Was ich wirklich liebe, ist kleine Fair-Fashion-Labels aufzuspüren, ihre Geschichten kennenzulernen und sie zu unterstützen. Ich schreibe über sie und biete ihnen mit simply love it eine Plattform, auf der sie gesehen werden. Es erfüllt mich, faire Mode greifbarer zu machen und Marken zu stärken, die Verantwortung übernehmen.

Heute sehe ich mich klar als Kuratorin. simply love it ist bewusst kein überladener Marktplatz mit unzähligen Varianten eines Produkts. Statt Masse steht eine ästhetisch stimmige, sorgfältig kuratierte Auswahl im Mittelpunkt. Jedes Teil wird geprüft – in Bezug auf Qualität, Design und Werte. Ich möchte Orientierung geben und die Auswahl erleichtern, nicht überfordern.

Persönliche Beratung und echter Kundenservice

Ein zentraler Teil von simply love it ist für mich der direkte Kontakt zu meinen Kund*innen. Die Beratung war schon immer ein Kern meiner Arbeit und genau das lebe ich heute weiter. Den Kundenservice betreue ich selbst. Jede Nachricht, jede Rückfrage, jedes Feedback läuft über meinen Tisch. Darauf bin ich stolz, weil ich weiß, dass Vertrauen wichtiger ist denn je. Bei simply love it ist antworte ich auf alle Nachrichten persönlich. Ich möchte, dass sich jede Kundin und jeder Kunde gut und individuell beraten fühlt.

Wofür simply love it heute steht

simply love it steht für eine bewusste Auswahl nachhaltiger Produkte, für Transparenz und für die Unterstützung kleiner Labels. Aus zwölf Jahren Modebranche habe ich als Gründerin das nötige Wissen, Marktverständnis und unternehmerisches Denken mitgenommen. Aus meinem persönlichen Wandel entstand der Wunsch, Mode verantwortungsvoller zu gestalten. Es geht nicht darum, von Anfang an perfekt zu sein. Es geht darum, bewusstere Entscheidungen zu treffen – und zu zeigen, dass Stil, Qualität und Verantwortung sehr gut zusammenpassen.

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