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Persönliches

Die Geschichte von simply love it und wie alles begann…

Geschichte von simply love it geschrieben von Juliane Tietjen

Die Geschichte von simply love it begann vor einigen Jahren. Und zwar mit einem Foto aus dem Jahr 2013. So lange gibt es mein Lieblingsshirt schon. „LOVE IT.“ steht mit fetten schwarzen Buchstaben darauf. Es erinnert mich an die Zeit bei meinem früheren Arbeitgeber. Sie war rückblickend betrachtet großartig und so erfahrungsreich. Ganze zwölf Jahre lang. Während meiner Diplomphase – ja DIPLOM, so lange ist es schon her – begann ich einen Aushilfsjob als Verkäuferin in einem großen Modekonzern. Ich habe es von Anfang an geliebt und ich beschloss, dass hier meine Reise weitergehen sollte. Also tat ich alles daran, in dem Konzern zu wachsen und möglichst viele Bereiche kennenzulernen. So kam es, dass ich nach meinem Studium als Trainee startete und die Strukturen kennenlernte. Ich habe mit kreativen Menschen zusammengearbeitet und es sind tolle Freundschaften entstanden. Und ich hatte Spaß an der Arbeit. Fast täglich durfte ich die frisch eingetroffene Ware als erstes begutachten und sie mit all den anderen schönen Kleidungsstücken präsentieren. Ich mochte es, die Menschen neu einzukleiden und sie mit den neuesten Trends zu versorgen. Und nicht selten kaufte ich mir nach Feierabend das x-te Kleidungsstück und war für einen kurzen Moment besonders glücklich.

Damals ahnte ich noch nicht, dass sich in meinem Leben, auch in Bezug auf mein eigenes Konsumverhalten, so einiges verändern würde. Schon gar nicht ahnte ich, dass mich das Thema Mode zu einem späteren Zeitpunkt in meinem Leben auf eine so wunderbare Weise wieder beschäftigen würde. Kurzum: Seitdem hat sich einiges verändert. Ich habe mich verändert. Und damit meine ich nicht nur die kleinen Falten in meinem Gesicht, die sich so langsam bilden oder meine Haare, die um einiges kürzer geworden sind. Nein, meine Werte haben sich verändert und die Sicht auf manche Dinge.

Wenn wir im Leben zu sehr auf Sicherheit setzen, könnte es sein, dass wir das Beste verpassen.

Aus dem Buch „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“ von Barbara Smith

Obwohl ich zum damaligen Zeitpunkt in meinem Leben viele Gründe gehabt hätte, um glücklich zu sein, war ich es nicht. Eine bestimmte Sache ließ mich nicht los und beschäftigte mich sogar so sehr, dass ich all die schönen Dinge in meinem Leben für einen Moment fast vergessen hätte. Ich war todunglücklich in meinem Job und leider – ohne es steuern zu können – wirkte sich dies auch auf viele andere Bereiche aus.

Als ich mich 2018 beruflich von der Modewelt verabschiedete, fühlte ich mich in erster Linie befreit und erleichtert. Ich kam endlich runter von meinem Arbeitstempo von gefühlt 200 km/h und allmählich gelang es mir meinen Alltag wieder etwas zu entschleunigen. Das konventionelle Modebusiness ist extrem schnelllebig (Stichwort Fast Fashion) und es geht letztendlich immer darum, möglichst viel und immer mehr Umsatz zu machen. Nach dem Motto: Höher, schneller, weiter! Aber auf wessen Kosten? 

Durch einen Zufall fand ich sehr schnell einen neuen Job – der so gar nichts mit Mode zu tun hatte – im Bereich Werbung und Marketing. Mein Anspruch lautete in erster Linie: Familienfreundlich und fair bezahlt. Und das war er, besonders was die Arbeitszeiten anging. Ich hatte genug davon, bis spät abends und fast jedes Wochenende arbeiten zu müssen. Doch all die komfortablen Eigenschaften, die der neue Job zunächst mit sich brachte, machten mich noch lange nicht glücklich. Eine Weile blieb ich dabei und hielt es aus. Innerlich war ich aber ständig auf der Suche nach etwas Anderem.

Aber was, wenn man gar nicht genau weiß, wonach man eigentlich suchen soll? Oder wenn man meint, etwas gefunden zu haben und im letzten Moment dann doch wieder zweifelt und darüber nachdenkt, ob man eigentlich nicht etwas ganz anderes im beruflichen Leben möchte? Letztendlich ging es mir genau so. Ich beschloss, dass die einzige Möglichkeit wieder glücklich zu werden, darin bestand, mir eine Auszeit zu nehmen. Und zwar, um mir über gewisse Dinge klar zu werden und herauszufinden, worin meine berufliche und persönliche Bestimmung lag. Das Ergebnis: Ein paar Gespräche und ein paar Bücher später fand ich es allmählich heraus. 

Glücklich ist, wer tut was er liebt

Da war diese Erinnerung aus meiner Kindheit, die tief in mir schlummerte. Schon als junges Mädchen träumte ich davon, meine eigene Mode zu entwerfen. So stellte ich mir vor, wie ich später in meinem Laden stehe und schöne Kleidung verkaufe. Nie kam es mir als Erwachsene in den Sinn, diesen Traum zu verwirklichen. Also habe ich ihn unbewusst verdrängt und mich den beruflichen Herausforderungen gestellt, die mir geboten wurden. Ich machte ein BWL Studium, denn so richtig klar war mir als 19-Jährige nicht, in welche Richtung ich wollte. Aber mit BWL kann ich nichts falsch machen, dachte ich. Bereut habe ich es nicht. Es hat mir die nötigen Grundkenntnisse vermittelt und den Einstieg ins Berufsleben erleichtert. Und jetzt bin ich hier und schreibe den Anfang einer neuen Geschichte, meiner Geschichte. Und der von simply love it. Weil ich es einfach liebe…