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Baumwolle: 5 Gründe,  warum Bio-Baumwolle die bessere Wahl ist

Bio-Baumwolle Zweig in einer Vase

Baumwolle gehört nicht ohne Grund zu den beliebtesten und am häufigsten verwendeten Materialien in Kleidung. Sie ist weich auf der Haut, atmungsaktiv und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen. Zudem ist sie rückstandsfrei biologisch abbaubar. Statt der herkömmlichen Baumwolle wird immer häufiger Bio-Baumwolle verwendet. Oft wird sie auch mit dem Kürzel „kbA“ versehen, was für „kontrolliert biologischer Anbau“ steht. Du fragst dich, worin genau eigentlich der Unterschied liegt und ob es sich lohnt, für Bio-Baumwolle etwas mehr Geld auszugeben? In diesem Beitrag findest du die Antworten!

1. Bio-Baumwolle verbraucht beim Anbau weniger Wasser

Die Baumwollpflanze ist eine sehr durstige Pflanze und benötigt zu Beginn ihrer Vegetationsperiode viel Wasser. Zwar lässt sich das Problem des hohen Wasserverbrauchs auch bei der Bio-Baumwolle nicht von der Hand weisen, jedoch wird hier viel dafür getan, die Bauern zu schulen und verbesserte Technologien der Bewässerung einzusetzen, um den Verbrauch zu verringern. Dazu gehört auch das Auffangen, Speichern und die Verwendung von Regenwasser. Eine entscheidende Rolle in der Höhe des Wasserverbrauchs spielt also letztendlich auch das Wissen der Bauern darüber, wie und in welchem Maße sie die Felder gezielt bewässern.

Im Gegensatz zum konventionellen Baumwoll-Anbau wird beim Bio-Anbau auf die Einhaltung der üblichen Fruchtfolge (unterschiedliche Pflanzen im Wechsel auf den Agrarflächen) geachtet. Dadurch enthalten die Böden mehr organische Substanzen. Sie können mehr Wasser aufnehmen und speichern.

Nahaufnahme einer Baumwollblüte
Nach der Blüte verwandelt sich der Fruchtknoten zu einer Kapsel, die beim weiteren Reifeprozess aufspringt. Aus den herausquellenden Samenhaaren werden die Baumwollfasern gewonnen.

2. Bio-Baumwolle kommt ohne chemische Düngemittel und Pestizide aus

Die Baumwollpflanze ist grundsätzlich von einer Vielzahl an Schädlingen bedroht und gehört (leider) zu den am stärksten mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Pflanzen. Beim Anbau gibt es jedoch verschiedene Wege, um mit diesem Problem umzugehen.

Beim Bio-Anbau sind chemische Düngemittel und Pestizide tabu. Um die Pflanzen vor Schädlingen zu schützen, werden ausschließlich natürliche Dünger wie Humus und Pflanzenjauchen eingesetzt. Mit traditionellen Methoden zur Schädlingsbekämpfung schützen die Bauern nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigene Gesundheit. Der Anbau wechselnder Kulturpflanzen auf den Feldern hält die Zahl der Schädlinge gering. Außerdem werden zwischen die Baumwollpflanzen andere Pflanzen – beispielsweise Sonnenblumen – gesetzt, welche die Schädlinge auf natürliche Weise von der Baumwolle ablenken. Natürliche Feinde der Baumwollschädlinge überleben durch den Verzicht von synthetischen Pestiziden und können so bei der Schädlingsbekämpfung helfen.

Beim konventionellen Anbau hingegen kommen eine Reihe von Pestiziden und chemischen Düngemitteln zum Einsatz, um die Pflanzen vor Schädlingen zu schützen. Dies gefährdet nicht nur die Biodiversität – die biologische Vielfalt, eine unserer wichtigsten Lebens- und Überlebensgrundlagen – sondern auch die Gesundheit der Bauern, die auf den Feldern arbeiten.

Bei der Bio-Baumwoll-Ernte werden zur Schonung des Grundwassers keine chemischen Entlaubungsmittel eingesetzt. Außerdem wird auf den Einsatz von umweltbelastenden Maschinen verzichtet und per Hand geerntet. Es dauert zwar länger, ist aber wesentlich schonender für Mensch um Umwelt. Bei der konventionellen Baumwolle erfolgt die Ernte maschinell und unter Einsatz von chemischen Entlaubungsmitteln.

3. Bio-Baumwoll-Anbau schont die Böden

Ziel des Bio-Anbaus ist es, die Fruchtbarkeit der Böden langfristig aufrechtzuerhalten und sowohl die Natur als auch den Menschen zu schützen. Beim Bio-Anbau wird daher auf die genaue Einhaltung der Fruchtfolge geachtet. Doch nicht nur den Böden geht es deutlich besser, auch die Pflanzen, die auf ihnen wachsen, sind gesünder. Eine dickere Humusschicht sorgt dafür, dass die Böden Wasser viel besser speichern können und sich der Wasserverbrauch reduziert.

Auch das Saatgut spielt im Bezug auf die Beanspruchung der Böden eine wichtige Rolle. Während die biologisch angebaute Baumwollpflanze eigene Samen produziert, aus denen neue Pflanzen wachsen können, kommt beim konventionellen Anbau gentechnisch verändertes Saatgut zum Einsatz. Dieses laugt die Böden aus, macht sie unfruchtbar und trägt so massiv zur Zerstörung der Böden bei. Außerdem zwingt es die Bauern jedes Jahr dazu, neues Saatgut hinzuzukaufen und macht sie so von den großen Saatgutherstellern abhängig.

Bio-Baummwollzweig dekorativ in einer Vase

4. Bio-Baumwolle hinterlässt keine Spuren von Pestiziden in der Kleidung

Laut des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft e.V. lassen sich sogar in den fertigen Textilien noch Spuren von Pestiziden finden. Dies kann vor allem bei Allergikern heftige Probleme verursachen. Doch auch bei Nicht-Allergikern löst diese Tatsache vermutlich extremes Unbehagen aus.

5. Bio-Baumwolle hat durch die manuelle Ernte eine bessere Qualität

Kontrolliert biologisch angebaute Baumwolle hat nicht nur den Vorteil, dass sie frei von Pestiziden ist. Sie hat meist auch eine bessere Qualität, da bei der Ernte per Hand nur die reifen Faserbüschel ausgezupft werden. Sie ist stabiler, reißfester und damit deutlich langlebiger – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Wir haben einfach länger Freude an dem Kleidungsstück.

Bei der konventionellen Baumwolle hingegen kommen große Erntemaschinen zum Einsatz. Diese unterscheiden nicht zwischen reifer und unausgereifter Baumwolle und nehmen zudem auch Äste, Blätter und Reste von Fruchtkapseln mit, was sich letztendlich auf die Qualität der Baumwolle auswirkt.