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Persönliches

Mein Jahresrückblick 2021 – Viel Neues, Planänderungen und spontane Zwischenprojekte

WOW – Was für ein aufregendes, turbulentes, bewegtes, unvorhersehbares und rasantes Jahr 2021. Ich kann mir vorstellen, dass es mir wie vielen von euch geht. Wir alle wurden in vielerlei Hinsicht vor neue Herausforderungen gestellt, die mitunter alles andere als einfach waren. Wovon mein Jahr geprägt war, worauf ich stolz bin und was alles anders lief als geplant, davon möchte ich euch gerne berichten.

Neues lernen und das eigene Netzwerk erweitern

Schon zu Beginn des Jahres wusste ich, dass ein paar Veränderungen auf mich warten würden und ich freute mich darauf. Ich war bereit! Ich wusste nur noch nicht ganz genau, wofür eigentlich? Setze ich die Idee, die seit Wochen in mir schlummert, auch wirklich in die Tat um? Da waren Zweifel, Ängste, aber auch ganz viel Vorfreude, Tatendrang und vor allem große Motivation.

Ich räumte mir etwas Bedenkzeit ein und beschloss zunächst an einer dreimonatigen Weiterbildung teilzunehmen, um mein Wissen aufzufrischen. Während des Online Kurses saß ich also nun 12 Wochen lang, Tag für Tag, vor meinem Bildschirm und lernte jede Menge Neues über Digital Marketing, Social Media und Web Content Management. Mich überkam eine Flut an Informationen. Das Thema Online Marketing ist so komplex – erst recht, wenn man in seinem eigenen Business für alles selbst verantwortlich sein möchte. Ich bin dankbar dafür, dass ich die Chance bekam, jede Menge zu lernen und wieder up-to-date zu sein. Nach Abgabe diverser Projektarbeiten und erfolgreich abgelegter Prüfung bekam ich den Titel „Digital Marketing Professional“ und bestand mit 99%.

Mit jeder Menge Ideen und Inspiration im Gepäck wurde meine Idee immer konkreter und mein Weg in die Selbstständigkeit immer zielgerichteter. Zudem hatte ich viele Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen und konnte so mein Netzwerk mit tollen Kontakten bereichern.

Am meisten ist mir eine Dozentin in Erinnerung geblieben, die uns das Thema Web Content Management direkt aus ihrem Wohnwagen an der portugiesischen Küste näherbrachte. Man konnte das Salz in ihren Haaren förmlich riechen… (Liebe Gül, falls du das liest: An dieser Stelle ganz herzliche Grüße nach Portugal 😉 Vielleicht komme ich dich bald besuchen!)

Parallel dazu habe ich an einem Berliner Förderprogramm für Gründer:innen teilgenommen und tolle Kontakte geknüpft zu Menschen, die wie ich auf ähnlichen Wegen unterwegs sind. Der Austausch untereinander war und ist ebenso wertvoll wie die Stunden, die ich zusammen mit zwei Business Coaches verbracht habe. Der Grundstein für mein Business Plan war damit gelegt. Ich beantragte den Gründungszuschuss und als dieser im Juni bewilligt wurde, war ich der glücklichste Mensch. Jetzt konnte es endlich richtig losgehen!

Die größte Veränderung: Der Beginn meiner Selbstständigkeit 

Im Juli war es dann also soweit. Ich machte mich offiziell selbstständig. simply love it war jetzt nicht mehr nur eine Idee, sondern ein Unternehmen. Mein Unternehmen und meine berufliche Zukunft.

Dank meiner lieben Dozentin Gül wusste ich, wie man eine Website baut und so verbrachte ich viele Tage, Nächte und Wochen damit, meine Seite zu erstellen und mit Leben zu füllen. Mein Ziel war es, meinen Besucher:innen mehr zu bieten als nur einen reinen Online Shop. So kam es, dass ich während unseres Familien-Sommerurlaubs auf Fuerteventura an dem Blog Bang Workshop von Judith Peters teilnahm und ihre Kurse wie ein spannendes Buch verschlang. Wenige Wochen später veröffentlichte ich in meinem Fair Fashion Blog meine ersten Beiträge und packte viel Persönliches mit hinein. Denn was ich mit simply love it unbedingt vermitteln möchte, ist Transparenz in dem, was ich mache und Authentizität darin, wer ich bin.

Die erste simply love it – Kollektion

Schon im Mai begannen die konkreten Planungen für die erste simply love it – Kollektion. Bei einem üblichen Zeitraum von 4 bis 6 Monaten – vom ersten Entwurf bis zur Auslieferung der Kollektion – plante ich also November 2021 als perfekten Starttermin ein. Mit einem Produktionsbetrieb in Litauen liefen die ersten konkreten Absprachen hin und her, als auf einmal komplette Funkstille herrschte. Keine Reaktionen, keine Antworten. Meine Ansprechpartnerin in Litauen fiel aus und so blieben meine Unterlagen unbearbeitet und unbemerkt auf ihrem Schreibtisch. Vermutlich ging es dem Betrieb während der Pandemiezeit wie vielen, die mit mangelnden Arbeitskräften zu kämpfen haben. Einen Vorwurf mache ich an dieser Stelle niemandem. Nach ein paar Wochen bekamen wir dann eine Antwort. Die Kollegin falle leider weiterhin aus. Der nächste freie Produktionsslot im Betrieb sei auf April 2022 gerückt. Uff, das war ein Schock und weit von dem entfernt, was ich mir vorgestellt hatte.

Mir blieb nichts anderes übrig, als die Suche nach einem geeigneten Nähbetrieb von vorne zu beginnen. Zusammen mit der Produktionsagentur Good Garment Collective wurde ich glücklicherweise recht schnell fündig. Ein portugiesischer Familienbetrieb mit langer Tradition hatte noch freie Kapazitäten in diesem Jahr. Alles klang (und klingt noch immer) nach einem sehr sehr guten Plan B.

Bis in die letzten Tage des Jahresendes hinein läuft eine rege Kommunikation mit meiner sehr netten Ansprechpartnerin in Portugal und ich habe ein unheimlich gutes Gefühl. Die Stoffe stehen kurz vor der Produktion und Ende Januar 2022 erwarte ich die ersten Musterteile. Anfang März wird die Kollektion – wenn alles glatt läuft – an meine Berliner Adresse ausgeliefert. Daumen drücken, dass nicht wieder Unerwartetes dazwischenkommt!

Kleines Herzensprojekt zur Überbrückung: Die LUNI Bag Collection

Als feststand, dass ich meinen geplanten Shop Launch Termin im November 2021 nicht einhalten kann, war ich natürlich enttäuscht. Und zugleich war ich besorgt, schließlich hing meine berufliche Existenz davon ab.

Dies gab mir den Anstoß etwas zu tun, was ich selber in der Hand habe. Etwas, das nicht so sehr von anderen Zulieferern abhängt. Und so entstand die Idee, die gute alte Gürteltasche neu aufleben zu lassen und stylische Hip Bags selber zu nähen. Ein Fan von Cord war ich schon immer und als ich nichts Vergleichbares auf dem Markt fand, stand mein neues Projekt fest. Ich machte mich also auf die Suche nach einem Produzenten von fairen und nachhaltigen Cordstoffen und wurde sogar in Deutschland fündig. Dazu orderte ich alle nötigen Zutaten und schon entstanden die ersten Prototypen. Das Ergebnis könnt ihr euch in meinem Shop ansehen.

Seit November laufen nun also die Nähmaschinen heiß. Und sie laufen so lange weiter, wie ihr es wünscht. Mindestens jedoch so lange, bis die erste „women´s feel good collection“ im März 2022 erscheint. Ich hab´s schon so oft gesagt, aber muss es immer wieder sagen: Ich kann es kaum erwarten!